Daten & Methodik
strom-mix.org bereitet öffentliche Strommarktdaten für Österreich grafisch auf. Die Zeitreihen dienen der Einordnung und ersetzen keine Bilanzierung durch Netzbetreiber, Marktteilnehmer oder Behörden.
Datenquellen
- Energy Charts / Fraunhofer ISE: inländische öffentliche Nettoerzeugung nach Energiequelle sowie Grenzhandel.
- Electricity Maps: CO₂-Intensität des Verbrauchsmix einschließlich Importen, sofern verfügbar.
- EPEX Spot: Spotpreise für Österreich.
- GeoSphere Austria: Wetter-Overlay als Mittel mehrerer österreichischer Stationen.
Berechnungen
- Der erneuerbare Anteil bezieht sich auf die inländische Erzeugung; Importe sind davon getrennt. Er wird wie bei Energy-Charts gerechnet: Bezugsgröße ist die Erzeugung ohne Pumpspeicher, weil dessen Abgabe teils aus zuvor hochgepumptem Wasser stammt, und Abfall zählt zur Hälfte als erneuerbar (biogener Anteil). Die Seite rechnet den Anteil selbst aus den Quellen; die veröffentlichte Reihe von Energy-Charts lässt Stunden ab 99 % leer, und diese Stunden fehlten sonst in allen Anteilswerten.
- „Ø Anteil erneuerbar“ ist der ungewichtete Mittelwert der Anteile je Stunde, bei langen Zeiträumen je Tag (dort liegen nur Tageswerte vor). Jede Stunde zählt gleich viel; es ist nicht der Anteil der Stunden. „GWh-gew.“ ist der Anteil an der Energie des Zeitraums: erneuerbare GWh geteilt durch die erzeugten GWh, Stunden mit viel Erzeugung zählen stärker. Beide Werte weichen nur durch diese Gewichtung voneinander ab. „24h-Ø“ ist das Mittel der letzten 24 Stundenanteile bis zum jüngsten Wert, unabhängig vom gewählten Zeitraum.
- „Verbrauch … gedeckt“ setzt die erneuerbare Inlandserzeugung ins Verhältnis zum Verbrauch (Last). Das ist ein bilanzieller Wert, kein Anteil im Netz, und kann über 100 % liegen.
- Pumpspeicher: Seine Abgabe zählt zur Erzeugung, wie in der Gesamterzeugung von Energy-Charts, denn die österreichischen Pumpspeicherkraftwerke geben im Jahresmittel 1,3- bis 2,4-mal so viel ab, wie sie hochpumpen (natürlicher Zufluss zu den Speicherseen). Das Pumpen erscheint im Diagramm unter der Nulllinie. Die Last laut ENTSO-E enthält es nicht; wo Erzeugung und Verbrauch verglichen werden (Tagesprofil, Inland-Deckung), wird es daher von der Erzeugung abgezogen.
- Steinkohle erscheint bis zum Ende der Kohleverstromung 2020 als eigene Quelle und zählt wie bei Energy-Charts zur Erzeugung und zum Nenner des erneuerbaren Anteils. „Sonstige“ enthält auch Geothermie (rund 0,1 MW); sie zählt dabei als nicht erneuerbar, was den Anteil um weniger als 0,01 Prozentpunkte verschiebt. Ab 2016 meldet die Quelle Abfall als konstante 100 MW und „Sonstige“ als konstante 22 MW; 2015 weist sie Abfall nicht getrennt aus.
- 2015, im ersten Jahr der ENTSO-E-Daten, meldet die Quelle unter „Sonstige“ rund 5,8 TWh, ab 2016 nur noch rund 0,2 TWh. Was diese Kategorie 2015 enthält, geben die Quellen nicht an; vermutlich sonst nicht zugeordnete Erzeugung, etwa aus Abfall, Öl oder Industrieanlagen. Abfall wird 2015 nicht getrennt ausgewiesen: Das heißt „keine Angabe“, nicht „keine Erzeugung“. Die Werte schwanken stark und sind weniger verlässlich; ein einzelner Viertelstundenwert am 01.04.2015 (11 478 MW) ist offensichtlich fehlerhaft. Die Seite zeigt die Quelldaten unverändert.
- Energy-Charts korrigiert Werte teils noch Monate später; die Seite liest daher täglich die letzten 30 Tage und monatlich das letzte Jahr neu ein.
- Erzeugung, Pumpen, Grenzhandel und Last stammen aus Reihen mit eigenen Abgrenzungen (Nettoerzeugung, Handelsflüsse, ENTSO-E-Last). Ihre Bilanz (Erzeugung minus Pumpen plus Nettoimport gegenüber der Last, je Kalenderjahr) geht daher nicht exakt auf: 2015–2018 um 7–9 %, 2019–2022 um 2,5–3,5 %, seit 2023 um etwa 1 %. Kennzahlen, die Erzeugung und Last ins Verhältnis setzen, sind entsprechend als Näherung zu lesen.
- Import/Export, Last, Erzeugung und CO₂-Werte folgen den Definitionen der jeweiligen Quelle. Rundungen und Zeitaggregation können kleine Differenzen erzeugen.
Aktualisierung und Grenzen
Aktuelle Zeitreihen werden regelmäßig automatisiert abgerufen. Zeitstempel und Datenstand stehen direkt auf der Seite. Nachträgliche Korrekturen der Quellen können historische Werte verändern.
Maßgeblich sind die Originalquellen und deren Lizenz- sowie Nutzungsbedingungen.